Achtsamkeit ist die Fähigkeit, bewusst wahrzunehmen, was mit uns, um uns und in uns passiert. Achtsamkeit hilft uns, die Natur mit allen Sinnen zu erleben und im Augenblick präsent zu sein. Gedanken und Gefühle werden geruhsam registriert, ohne emotional zu werten.
Achtsamsein ist eine Lebenshaltung. Sie umfasst die erlernbare Fähigkeit, Achtsamkeit
gegenüber der Natur, gegenüber sich selbst und anderen zu entwickeln.
Ein Beziehungsklima der wechselseitigen Aufmerksamkeit, Wertschätzung und Kooperationsbereitschaft fördert die Achtsamkeit.
Über aktuelle Forschungsergebnisse zum Thema "Achtsamkeit und Gesundheit"
informiert die Uniklinik Freiburg
(Institut für Umweltmedizin und Krankenhaushygiene , Prof. Dr. Schmidt).
Achtsamkeit als Lern- und Lebensform
„Ein gelungenes Leben ist ohne die Fähigkeit,
achtsam zu sein, im Grunde nicht denkbar“.
(T. Metzinger)
Achtsamkeit ist eine elementare Funktion unseres Bewusstseins, ohne die keine effektive Selbst- und Fremdwahrnehmung möglich ist. Sie ist die Grundlage für eine differenzierte Wahrnehmung und Voraussetzung für klares, selbständiges Denken und Handeln.
Nach wissenschaftlichen Studien wirkt sich das Achtsamkeitstraining positiv auf körperliche, emotionale, kognitive und soziale Aspekte der Persönlichkeit aus.
Achtsamkeitspraxis und andere Formen des mentalen Trainings als Suchmethoden basieren auf uralten west-östlichen Wegen der Selbsterfahrung, die Körper, Geist und Seele gleichermaßen ansprechen.
Noch vor wenigen Jahren hatte Achtsamkeitsschulung einen exotischen Beigeschmack. Losgelöst vom ursprünglich religiösen Hintergrund und frei von bestimmten Weltanschauungen wird heute die anwendungsorientierte Seite der Achtsamkeits-Meditation aufgrund der gesundheitsfördernden Wirkung in der Komplementärmedizin erfolgreich eingesetzt.
Psychologische und neuronale Aspekte der Achtsamkeit
Der Psychologe und Neurobiologe Daniel J. Siegel beschreibt in seinem Buch „Das achtsame Gehirn“ Auswirkungen der Achtsamkeitpraxis:
„Achtsam zu sein öffnet nicht nur die Tore dazu, sich des Moments stärker bewusst zu sein, sondern es bringt den Einzelnen auch seiner inneren Welt näher und bietet ihm so die Möglichkeit, zu mehr Mitgefühl und Empathie. Achtsamkeit ist keine „Genusssucht", sondern sie besteht aus einer Reihe von Kompetenzen, die die Fähigkeit, symmetrische Beziehungen zu anderen einzugehen, verbessern. Achtsamkeit ist ein Weg, Menschen aufzuwecken und sie dafür zu sensibilisieren, dass sie selbst aus eigener Anschauung und Erfahrung erkennen, wie wichtig es ist, unser isoliertes Leben miteinander zu verbinden".
Mit Achtsamkeit das Wohlbefinden und den Gemeinschaftssinn fördern
Einer neurowissenschaftlichen Studie zufolge erhöht regelmäßiges Meditieren die Dichte der grauen Gehirnsubstanz und führt zu einer physisch messbaren Plastizität des Gehirns.
Die meditative Achtsamkeitsschulung wird zunehmend für die Entwicklung psychologischer, pädagogischer, therapeutischer und komplementärmedizinischer Neuansätze interessant.
Empirische Befunde belegen, dass Achtsamkeit die Qualität beruflicher und persönlicher Beziehungen verbessert.
Der Neurobiologe Gerald Hüther stellt in diesem Zusammenhang fest:
„Alles, was die Beziehungsfähigkeit von Menschen - zu sich selbst, zwischen ihrem Denken und Fühlen, zwischen Gehirn und Körper, aber auch zu anderen Menschen, zur eigenen Geschichte, zur Kultur und zur Natur - verbessert und stärkt, führt zwangsläufig zur Ausbildung einer größeren Konnektivität, zu einer intensiveren Vernetzung neuronaler Verschaltungen und damit auch zu einem komplexer ausgeformten Gehirn.“
Stressreduktion durch Achtsamkeit
Im Zentrum für Achtsamkeit in Medizin, Gesundheitsfürsorge und Gesellschaft, einer amerikanischen Stressreduktionsklinik in Worcester, mobilisiert der Medizinprofessor Jon Kabat-Zinn seit dreißig Jahren mit Achtsamkeitsschulung die mentalen Ressourcen seiner Patienten.
Stressreduktion durch Achtsamkeit (MBSR) bringt Menschen mit unterschiedlichsten chronischen Krankheiten, von Rückenschmerzen bis hin zur Schuppenflechte, die uralte Praxis der Achtsamkeit nahe. MBSR trägt dazu bei, subjektives Leiden zu verringern, die Immunabwehrfunktion zu verbessern und die Heilung zu beschleunigen.
Am Institut für Umweltmedizin und Krankenhaushygiene der Universität Freiburg ist MBSR heute eines der am besten evaluierten verhaltensmedizinischen Programme. Der Psychologe Dr. Stefan Schmidt, Leiter des Forschungsschwerpunkts Meditation, Achtsamkeit und Neurophysiologie am Uniklinikum Freiburg erklärt: „Achtsamkeits-Meditation erzieht dazu, stärker auf den Moment zu achten und anders mit Beschwerden umzugehen“.
Achtsamsein entspricht der menschlichen Natur
Achtsames Erleben unterscheidet sich grundlegend von der alltäglichen Form unserer „freiflottierenden“ Aufmerksamkeit, die nach Kabat-Zinn häufig durch den sogenannten Autopilotenmodus charakterisiert ist. Für diesen Modus ist kennzeichnend, dass die subjektive Wahrnehmung durch Gedanken, Phantasien oder Zerstreutheit eingeschränkt ist und das Handeln und Verhalten weitgehend automatisch abläuft.
Der Neurobiologe Gerald Hüther beschreibt die Unachtsamkeit so:
„Unachtsamkeit ist eine Haltung, die nicht viel Hirn beansprucht. Wem es gelingt, künftig etwas achtsamer zu sein, der wird automatisch bei allem, was er fortan wahrnimmt, was er in seinem Gehirn mit diesen Wahrnehmungen verbindet (aktiviert) und was er bei seinen Entscheidungen berücksichtigt, mehr »Hirn« benutzen als jemand, der weiterhin oberflächlich oder unachtsam mit sich selbst umgeht und mit all dem, was ihn umgibt. Achtsamkeit ist daher eine ganz wesentliche Unterhaltungs- und Wartungsmaßnahme für ein menschliches Gehirn. Jede bewusste sinnliche Wahrnehmung erzeugt im Gehirn ein entsprechendes Aktivierungsmuster.“
(Aus: G. Hüther : Bedienungsanleitung für ein menschliches Gehirn. Göttingen 2007, S.122).
Aufmerksamkeitsmanagement als wichtige Aufgabe unserer Zeit
Der Bewusstseinsphilosoph Thomas Metzinger (Universität Mainz) unterstreicht die Bedeutung von Achtsamkeitstraining und schlägt vor, im Rahmen einer noch zu initiierenden Bewusstseinskultur, ein so genanntes Aufmerksamkeitsmanagement zu entwickeln “...um langfristig die geistige Verwahrlosung von großen Teilen unserer Gesellschaft zu verhindern...“ (...) Insbesondere die Werbe- und Unterhaltungsindustrie attackiert unsere Erlebnisfähigkeit immer heftiger. Immer mehr Kinder leiden unter Aufmerksamkeitsstörungen und sind nicht mehr in der Lage, sich zu konzentrieren.“
Metzinger regt an, schon in der Schule weltanschauungsfreien Meditationsunterricht (eine Art Neurobics) anzubieten:
„ Kinder sollten ihren Geist trainieren wie ihre Muskeln. Man müsste ihnen beibringen, wie sie im medialen Dschungel bestehen, indem sie die Ressource Aufmerksamkeit in ihrer Begrenztheit erkennen und gegenüber Aufmerksamkeitsräuber verteidigen. (...) Auch für Erwachsen sollte es so etwas wie ideologiefreie Klöster geben. Firmen könnten Meditationsräume einrichten“.
( Metzinger in Focus 6/2006).
Achtsamkeitstraining mit der Firma Natur-Hautnah
Ein zentrales Anliegen meiner Firma ist, mit Naturerlebnistagen das achtsame Naturerleben zu fördern und bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen ein nachhaltiges Naturbewusstsein anzubahnen.
Die Praxis der Achtsamkeit habe ich in meiner Studienzeit bei dem Zen-Lehrer Wolfgang Walter geübt.
Seither setzte ich mich mit Methoden des Achtsamkeitstrainings in Theorie und Praxis auseinander.
Achtsamkeit ist gekennzeichnet durch achtsame und aktive Präsenz im Augenblick. Konzentrationskraft und Wahrnehmungsfähigkeit entwickeln sich, Ruhe und Sammlung fördern zunehmend einen wachen Bewusstseinszustand. Innere Spannungen werden gelöst und der Tonus aller Organe kräftigt sich. Wesentliches Element der meditativen Achtsamkeitspraxis ist der achtungsvolle und achtsame Umgang mit den Mitmenschen, der Mitwelt und den Dingen des täglichen Lebens.
Eine weltanschaulich neutrale Form der Achtsamkeitsschulung ist die "Naturale Meditation". Sie ist eine Achtsamkeitspraxis, die keine bestimmte (religiöse) Einstellung voraussetzt und die alle Menschen aufgrund der in der Kindheit gesammelten „nativen“ Erfahrungen auf natürliche Weise (wieder) lernen können.
Seit Jahren praktizierte ich mit viel Freude diese Form der Achtsamkeitspraxis, die in besonderem Maße das Naturverständnis und die Achtung "...vor allem, was wächst und lebt" fördert.
Achtsamkeitsprinzipien werden in unaufdringlicher Form in meine natur- und erlebnispädagogische Arbeit integriert.
Mit Bewegung und Ruhe in der Natur - an frischer Luft - kann diese Methode der Achtsamkeitspraxis optimal trainiert werden.
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